Projekt Beschreibung

Die Tücken der Risikokommunikation #COVID-19

Die Tücken der Risikokommunikation #COVID-19: Vor einigen Wochen sind wir mit unserem neuen „Dialog-Dienstag“ auf YouTube gestartet. Jeden Dienstag sprechen wir auf unserem YouTube-Kanal über die Zukunft nach der Corona-Krise. Was kommt danach, was lernen wir daraus? Was bedeutet es für die Arbeit einer Firma wie unserer, die sich vorrangig um Bürgerbeteiligung und Kommunikationsstrategien kümmert, und wo die entsprechenden Veranstaltungen bisweilen hauptsächlich analog stattfinden.

Nachwirkungen des Dialog-Dienstag Folge 3

Unser Dialog-Dienstag über Risikokommunikation hatte noch einige Nachwirkungen. Die Ergebnisse haben wir hier zusammengefasst. Es gibt acht Lerneffekte aus der Pandemie bzw. der mangelhaften Risikokommunikation in derselben:

1)  Es braucht ein nationales Gesundheitsportal, das die evidenzbasierten Informationen zu COVD-19 zusammenfasst.

2)  Informationen sollten in Kooperation von Medizinern, Medienfachleuten und Experten für Risikokommunikation abgefasst werden.

3)  Neben der Fachinformation zu Risiko und Risiko-Minimierungs-Maßnahmen sollten auch entsprechende verhaltensorientierte Informationen für die Öffentlichkeit bereitgestellt werden. Bilder, Grafiken und Storys sind besonders wirksam.

4)  Als Basiskennzahlen sollten im Zeitverlauf (1) die Anzahl der Infizierten minus die Anzahl der Genesenen, (2) die Anzahl der Sterbefälle sowie deren Altersverteilung, (3) die Anzahl der hospitalisierten Fälle sowie (4) die Fälle auf Intensivstationen angegeben werden.

5)  Für diese Basiskennzahlen sollten Interpretationshilfen in Form von Vergleichen vermittelt werden. Z.B. geht’s um Bezüge zu normalen Erkrankungen, Sterbefällen oder Intensivbelegungen.

6)  Auf fehlende und unsichere Daten zu COVID-19 sollte immer wieder und an prominenter Stelle der Informationen hingewiesen werden. Für Laien könnte dabei ein Ampel-System genutzt werden, das die Stärke der vorhandenen Evidenz angibt.

7)  Die Maßnahmen zu der Bekämpfung der COVID-19 Pandemie sind auf ihre unmittelbaren Kollateralschaden hin zu bewerten. Diese sollte der Öffentlichkeit vermittelt werden.

8)  Informationen sind kaskadisch anzulegen: 1. Botschaft mit Verhaltensempfehlung. 2. Erklärung wissenschaftlicher Fakten in laienverständlicher Sprache 3. Zugang zu Originaldaten und Fachpublikationen.

Zum anderen hat Peter Wiedemann (Psychologe) einen längeren Fachartikel verfasst.

weitere unserer Projekte: